Unvergessen - Karl Heinz Wedow, Mitbegründer der Fussballzeitreise

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Jens Hirschfeld (Mitglied FZR) erinnert sich:

 

Mein Vater war der beste Lehrmeister für`s Leben. Hat er mir doch so tolle Sachen gelehrt, wie " Respekt vor weissem Haar " oder " Erwarte keinen Dank, dann bist du nicht enttäuscht " , ... usw. Diese Sätze meines Vaters begleiten mich noch heute.

 

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Gründungsversammlung des Vereins Fussballzeitreise e.V. in Tabarz am 21. Mai 2013.

Ich saß neben Karl-Heinz Wedow. Schnell merkten wir beide, dass wir uns auf der gleichen Wellenlänge bewegten, obwohl Karl-Heinz Wedow weit älter war. Doch wir redeten und diskutierten über viele Dinge sehr sachlich und respektierten unsere gegenseitige Meinung.

Es war einfach toll, sich mit einem Menschen zu unterhalten, welcher mit beiden Beinen fest im Leben und auf dem Boden stand.

 

Die Gespräche mit ihm fehlen mir sehr!

 

Karl Heinz Wedow hatte in Tabarz seine zweite Heimat gefunden. In seinem Leben ging es ihm nie um finanziellen Reichtum oder um Machtgehabe. Nein, im Gegenteil, er war glücklich in dem was er tat.

 

Karl Heinz Wedow ist es auch zu verdanken, dass es heute die Fussballzeitreise gibt. Damit meine ich nicht nur den Verein, sondern in erster Linie die 1. Ausstellung über Deutsch-Deutsche Fußballgeschichte in Thüringen.

 

Foto vom 20.04.2016 mit Manfred Kaiser, Jens, Karl-Heinz und Jürgen Sparwasser (n.l.n.r.)

 

Karl-Heinz Wedow war der Initiator der heutigen Fussballzeitreise. Er hatte seinem Sohn Marcel dazu geraten, gesammelte Stücke über Deutsche Fußballgeschichte unterschiedlichster Art, den Menschen öffentlich zu machen und arbeitete unermüdlich bei deren Umsetzung mit.

Karl-Heinz Wedow war ein Arbeits-Tier. Als Angestellter in einer Tabarzer Bäckerei, als Trainer für den Tabarzer Fußballverein, aber auch als Ehemann und Vater gab Karl Heinz Wedow immer alles. Heute, am 09.01.2018 wäre er 83 Jahre alt geworden. Leider verstarb Karl-Heinz Wedow letztes Jahr.

 

Ich persönlich werde Karl-Heinz Wedow nicht vergessen, weil wir in sehr vielen Bereichen des Lebens gleicher Meinung

waren. Wir philosophierten nicht erhaben über Weltpolitik oder Millionengehälter im Weltfußball. Nein, wir unterhielten uns über die Basis

beim Fußballsport und die damit resultierenden Erfolge, aber auch Mißerfolge. Wie Karl-Heinz Wedow war auch ich Nachwuchstrainer in einem Fußballverein. Uns beiden ging es nie darum, erfolgreichster Macher auf der Trainerbank zu sein, indem man nur Sprüche klopft und Jugendliche "verheizt". Uns beiden lag auch die persönliche Entwicklung unserer Spieler am Herzen, denn es gibt keine größere Anerkennung als der menschliche Respekt von ehemaligen Spielern gegenüber seinem Trainer.

 

Foto zum "Tag der offenen Tür"  im Mai 2016

 

Karl-Heinz Wedow war ein Mann voller Respekt gegenüber anderen Menschen, obwohl er doch selber sehr viel Gutes in seinem Leben getan hatte. Nie kam bei ihm Neid oder Mißgunst auf. In seiner Welt behandelte Karl-Heinz Wedow ganz offen alle Mitmenschen gleich.

Da gab es kein Arm oder Reich, kein Oben oder Unten, kein Rechts oder Links.

 

In der heutigen Zeit, wo mehr übereinander als miteinander gesprochen wird, wo man sich einschließt und seinen Frust über soziale

Medienplattformen abbaut, wo Ehrlichkeit als Schwäche dargestellt wird und Lügner auf Händen getragen werden, ... usw. ,

fehlen mir sehr die Gespräche mit Karl-Heinz Wedow.

 

Karl Heinz - Ruhe in Frieden !!!

 

Foto zu seinem 80. Geburtstag in Tabarz mit Silke und Gabi